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DIARY OF THE DEAD

Bevor der Blog völlig einstaubt....


Spricht man von Zombies so meint man für gewöhnlich langsam vor sich hinschlurfende und vergammelnde „lebende“ Tote. Als Erfinder dieser modernen Monster kann man getrost George A. Romero bezeichnen auch wenn sie schon lange vor seinem „Night of the Living Dead“ in Erzählungen oder auch dem ein oder anderen Film auftauchten.
Mit seinen nunmehr vier „Dead“ Filmen schuf er einen Mythos und, mal mehr mal weniger, tolle Filme. Action und Splatter aber auch eine gehörige Portion Sozialkritik machten seine Filme zu dem was sie sind und zahlreiche Filmemacher versuchten seitdem, meist mit eher bescheidenem Erfolg, diese zu kopieren oder das Zombiethema anders aufzuarbeiten. Bis heute ist Romero aber der unumstrittene König des Zombiegenres. Nachdem er mit „Land of the Dead“ vor ein paar Jahren seinen ersten Big Budget Zombiestreifen abgeliefert hat ging er mit seinem nächsten Werk wieder in die andere Richtung.

„Diary of the Dead“ kann man fast wieder als Low Budget Produktion bezeichnen. Es gibt keine Heerscharen von Untoten welche die Leinwand bevölkern, keine waffenstarrenden und effektgeladenen Gefechte wie in „Land“, tatsächlich gibt es sogar kaum größere Szenen mit großen Menschenmengen (sprich Statisten). Romero beschränkt sich erneut auf eine kleine Gruppe von Menschen welche er (mal wieder) den aufkeimenden Horror er- und durchleben lässt. Das ganze auch wieder auf recht eingeschränktem Raum (das meiste spielt sich in einzelnen Gebäuden oder einem Wohnmobil ab). Wie auch REC lässt er den Zuschauer teilhaben indem er uns das Geschehen ständig aus der Sicht von Kameras präsentiert und versucht sich damit ebenfalls am momentan grassierenden „domcumentary“ Look einiger Filme.

Sonst bleibt alles beim alten und Romero versucht nicht einmal seinem selbst geschaffenen Zombieuniversum etwas neues hinzuzufügen. Die Zombies schlurfen, die Menschen quatschen und stellenweise hat man das Gefühl die Protagonisten würden das Geschehen, trotz der gesehenen Gräuel, nicht ganz ernst nehmen. Dieser Umstand wirkt sich weder negativ noch positiv auf den Film selbst aus, allenfalls die Beziehungsproblemchen der fast Teenies könnten dem ein oder anderen auf den Sack gehen.
Viel schlimmer ist, dass Romero seinen Film nach Schema F abspult, überwiegend vorhersehbar ist er sich selbst für das abgenudelte Zehn kleine Negerlein Prinzip nicht zu schade.
Auch in Sachen Sozialkritik ist er längst zahm geworden und verteilt allerhöchstens Seitenhiebe (aber das war ja schon in „Land“ nicht viel anders), dafür gibt es aber den ein oder anderen (gewollten) Lacher, ja sogar eine Szene bei der man sich aufgrund des furztrockenen Humors schepp lachen könnte.

Was bleibt ist ein guter, klassischer Zombiestreifen mit gewohnt guten Effekten, netten Darstellern und einer etwas anderen Perspektive. Diese ist übrigens wesentlich angenehmer als im artverwandten REC. Nicht ganz so verwackelt, dafür scharf und nicht so hektisch, dennoch bleibt das mittendrin Gefühl gut erhalten. Alles in allem gefällt mir „Diary of the Dead“ ein gutes Stück besser als REC.

Ich komme aber nicht drum herum festzustellen dass auch aus dem großen Romero mehr oder weniger die Luft raus ist. Nach „Night“, „Dawn“ und „Day“ scheint er uns eben alles erzählt zu haben. Eine Entwicklung scheinen seine Filme nicht mehr wirklich durch zu machen. Zwar bleiben seine Zombiestreifen durchweg gut und interessant was sie somit weit von den meisten anderen Zombiestreifen abhebt, aber ihnen fehlt einfach das Gewisse etwas um sie zu einem Meilenstein vom Schlage eines „Night“ oder „Dawn“ zu machen. Untermauert wird diese Feststellung durch Romeros Ankündigung dem ganzen einen 2. Teil folgen zu lassen. Mit etwas Neuem sollte man von seiner Seite also nicht rechnen.
20.5.08 17:56





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